Im Kampf mit dem Berge

Gedanken eines Newcomers

Film trifft Musik. Braucht ein Film nun Musik oder Musik einen Film? Man weiß es nicht so recht, klar ist Musik transportiert Emotionen und das wohl so gut, dass sie Regie beim Film führen kann. 20er Jahre, Stummfilm, andere Definition von Freundschaft, Angst, Liebe, Natur und vielem mehr. Der Film “Kampf mit dem Berge” begleitet vom Münchner Kammerorchester hat was außergewöhnliches, so außergewöhnlich, dass einem schon passieren kann plötzlich die Augen geschlossen zu haben und nur durch das laute Trommeln vom knapp 20 köpfigen Orchester schlagartig geweckt zu werden. Gespannt und völlig verwirrt versucht man zu sehen, was gerade passiert. Also braucht wohl Musik auch Bilder, um sich zu entfalten und ihre volle Kraft auszuschöpfen. Doch irgendwie schafft es das Orchester immer wieder dem Zuhörer und gleichzeitig Zuschauer beim Betrachten der beiden Bergsteiger, seine eigenen Emotionen entwickeln zu lassen.

Mit Wenigem Vieles schaffen, dies kennt man heute wohl eher aus Marketingabteilungen in großen Konzernen, die stets nach Gewinnmaximierung streben. Doch früher standen dem Filmemacher keine leistungsstarken Computer zur Verfügung, die es erlauben, den Bergsteiger in einem highdefinition Bild spektakulär über Felsspalten springen zu lassen – hier werden nun einfache Wolkenbewegungen als hochdramatisch dargestellt. Das Ganze hat was, doch wohl nur weil ich mich von der Musik inspiriert fühle. Die 68 Minuten gingen nicht schnell vorüber, doch war es faszinierend das Ganze aus der Betrachtungsweise des Kinogängers der 20er Jahre zu sehen. Wahrscheinlich hatte er oder sie Berge noch nie gesehen – Eindrücke, welche uns heute nicht mehr berühren, Ängste, die uns heute nicht mehr plagen, werden phänomenal über einfachstes Bildmaterial vorgetragen. Durch diese Einfachheit und die intensive musikalische Begleitung bringt mich der Abend zum Überlegen, warum ich die wichtigsten und einfachsten Dinge im Leben denn als selbstverständlich ansehen muss.